Interview mit
Pegah Ferydoni
In AYLA spielen Sie eine moderne türkische Frau, die ihr selbstbestimmtes Leben für sich und auch für andere durchsetzt. Was ist für Sie das Kernthema dabei? Für Ayla geht es in erster Linie um Unabhängigkeit, um die Emanzipation von Traditionen, die ihre persönliche Freiheit als Frau einschränken. Dabei weiß sie genau, wo sie steht. Wenn sie beispielsweise bei sehr seltenen Gelegenheiten ein Kopftuch trägt, dann ist das keine Überzeugung, sondern Verkleidung.
Alya ist eine selbstbewusste, starke Persönlichkeit. Für viele Menschen schafft die Familie eine entscheidende Basis für Eigenbild und Selbstvertrauen, doch ihr fehlt dieser Rückhalt. Es gibt in Aylas Leben einige Quellen, aus denen sie ihr Selbstwertgefühl speist. Der Kampfsport zum Beispiel, oder auch die berufliche Erfüllung. In der Arbeit mit den Kindern nämlich erfährt sie menschliche Wärme. Und das ist es doch, was Ayla eigentlich sucht: Liebe. Schlussendlich findet sie diese auch: in der Beziehung zu Ayhan – und auch durch die Aussöhnung mit ihrem Vater.
Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? Ayla ist eigentlich eine klassische Heldin: kompromisslos, stolz und stark. Zur Vorbereitung habe ich "Penthesilea" von Kleist gelesen. Sie entstammt dem Sagenkreis des trojanischen Krieges. Penthesilea ist eine schöne Amazonen-Königin, die der altgriechischen Stadt in der Not zu Hilfe kommt.
Wodurch genau äußert sich Aylas Heldenmut? Vor allem besitzt Ayla Zivilcourage – und das ist heutzutage selten.
